Willkommen Informationen Kontakt Anfahrt Impressum












 
Fremd-Meinungen zur Methode Ledermann
Universität Göttingen

SCHLIEPHAKE (2001) hält fest, dass die Idee der Sofortbelastung von Implantaten nichts Neues sei, denn:

"Bereits 1983 beschrieb Ledermann eine Erfolgsrate von 91,2% bei einer Serie von 476 Implantaten, bei denen vier TPS®-Implantate nach interforaminaler Insertion über einen Steg verblockt und sofort belastet wurden. Schliephake hält weiter fest, dass fast zur gleichen Zeit von der skandinavischen Schule, um Adell und Branemark, Ergebnisse mit 385 Implantaten und unter Belastung jedoch erst nach deren kompletter Einheilung, mit einer nahezu identischen Erfolgsrate von 91,0% vorgelegt wurden".

Schliephake stellt in diesen diametral entgegengesetzten Ansätzen mit vergleichbarem Erfolg die berechtigte Frage nach den Hintergründen der beiden unterschiedlichen Konzepte. Die skandinavische Schule um Branemark, so Schliephake, gehe von einer partiellen Nekrose des Knochens aufgrund unvermeidbarer Präparationstraumen und einer Resorption mit anschließendem Ersatz durch neu gebildeten Knochen aus. Eine belastbare Verankerung läge demnach erst nach dem Ausheilen und dem vollständigen Ersatz nekrotischen Knochens vor, als Voraussetzung hierfür wurde die unbelastete Einheilphase angesehen.

Den skandinavischen Überlegungen stellt Schliephake jene Ledermanns gegenüber und schreibt nun sogar von der Schweizer Schule:

"Demgegenüber ging die Schweizer Schule (Ledermann) bereits 1979 davon aus, dass eine funktionelle Belastung der Knochenregeneration nur förderlich sein könne und dass folglich die Sofortbelastung die "strukturelle Biokompatibilität" und damit die knöcherne Verankerung steigern müsse." Schliephake erklärt, dass dieser scheinbare Widerspruch in der Natur des Knochengewebes selber liege: "dass das Organsystem aufgrund seiner Struktur in der Lage ist, mechanische Reize in biologische Impulse umzusetzen."

Anzuführen wären hier eigentlich nur noch die histologischen Beweise von Ledermann et al. 1985 und Ledermann, Schenk und Buser 1998, welche dieses Phänomen wissenschaftlich belegen.